Aph. November 2020, 08.30 Uhr Redaktion: Ralf Kölbel ´Mein Urteil ist mein Urteil: dazu hat nicht leicht auch ein Anderer das Recht − sagt vielleicht solch ein Philosoph der Zukunft. In it he exposes the deficiencies of those usually called "philosophers" and identifies the qualities of the "new philosophers": imagination, self-assertion, danger, originality, and the "creation of values". – 23. Siehe Nietzsche-Ausgabe für allgemeine Informationen. Gelingt dies, könne diese Disziplin sogar „wieder als Herrin der Wissenschaften anerkannt werde[n]“. Politiker, die nationale Interessen in den Vordergrund stellen, und dadurch eine „krankhafte Entfremdung“ der Europäer erzeugen würden, übersähen den Zug der Zeit. For other uses, see, On philosophers, free spirits, and scholars, Learn how and when to remove these template messages, Learn how and when to remove this template message, A searchable, self-referential edition with concordance, "On the Significance of Genealogy in Nietzsche's Critique of Morality", Philosophy in the Tragic Age of the Greeks, https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Beyond_Good_and_Evil&oldid=989608339, Articles that may contain original research from November 2015, All articles that may contain original research, Articles needing additional references from November 2015, All articles needing additional references, Articles lacking reliable references from December 2007, Articles with multiple maintenance issues, Wikipedia articles with MusicBrainz work identifiers, Wikipedia articles with WorldCat-VIAF identifiers, Creative Commons Attribution-ShareAlike License, Part One: On the Prejudices of Philosophers, Part Five: On the Natural History of Morals, This page was last edited on 20 November 2020, at 00:05. Dagegen stehe die Sklaven-Moral, die zwischen gut und böse aus der Perspektive der Massen, der Mittelmäßigen und Unterprivilegierten unterscheide. Die Vorrede wirft ein Schlaglicht, auf die Zielsetzung der Schrift: Es gilt der Überwindung des Dogmatismus durch den Perspektivismus freier Geister, der sich gegen historischen Aberglauben, Verwirrungen der Sprache und die Verführungen des Subjektglaubens wendet. „Die Physiologen sollten sich besinnen, den Selbsterhaltungstrieb als kardinalen Trieb eines organischen Wesens anzusetzen. Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn • Diese sei gegenüber den menschlichen Bedürfnissen und Wünschen neutral. In: Werner Stegmaier (Hrsg. ): Materialien zu Whiteheads »Prozeß und Realität«: Band 1: Prozeß, Gefühl und Raum-Zeit. Nietzsche verband mit Jenseits von Gut und Böse eine Botschaft, so dass dieses Buch nicht so künstlerisch geformt ist, wie der Zarathustra, sondern so, dass die Botschaft möglichst drastisch und überzeugend herüberkommt. 1988, 108, KSA 14, 345 sowie Brief an R. von Seydlitz vom 26. (JGB 68), Wenn der Entschluss einmal gefasst ist, das Ohr auch für den besten Gegengrund zu schliessen: Zeichen des starken Charakters. Nietzsche hatte eigentlich mit Jenseits von Gut und Böse und den 1886/87 gedruckten, veränderten Neuauflagen früherer Schriften sein Werk als vorläufig abgeschlossen angesehen und wollte sich Zeit fürs Durchdenken neuer Themen nehmen. Dabei komme es ihm üblicherweise gar nicht darauf an, Irrtümer zu vermeiden, sondern darauf, ob das Erfasste für seine Zwecke nützlich ist. Nietzsche warns against those who would suffer for the sake of truth and exhorts his readers to shun these indignant sufferers for truth and lend their ears instead to "cynics"—those who "speak 'badly' of man—but do not speak ill of him" (§26). Die Basis zur Kritik an der herkömmlichen Moralphilosophie ist Nietzsches Idee, dass alles durch den Willen zur Macht erklärbar sei. Neben der Sammlung von empirischen Tatsachen über die bestehenden Moralen ging es Nietzsche um eine historische Analyse der Entstehung der „moralischen Werthunterscheidungen“ (JGB 260) Diese Analyse soll unterstreichen, dass moralische Werte nicht objektiv seien, sondern den jeweiligen gesellschaftlichen Zusammenhängen entsprungen seien. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, 110, Thomas Mittmann: Vom "Günstling" zum "Urfeind" der Juden: die antisemitische Nietzsche-Rezeption in Deutschland bis zum Ende des Nationalsozialismus. „Fast Alles, was wir »höhere Cultur« nennen, beruht auf der Vergeistigung und Vertiefung der Grausamkeit — dies ist mein Satz; jenes »wilde Thier« ist gar nicht abgetödtet worden, es lebt, es blüht, es hat sich nur — vergöttlicht.“ (JGB 229), Der Vornehme übernehme Verantwortung für sein Leben. Herrenmoral • In a discussion that anticipates On the Genealogy of Morality, Nietzsche claims that "Morality is in Europe today herd-animal morality" (§202)—i.e., it emanates from the ressentiment of the slave for the master (see also §260, which leads into the discussion in Genealogy, I). ... Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen. Das Perspektivische sei eine „Grundbedingung des Lebens“ (JGB Einleitung), weshalb man nicht den Geist oder das Gute absolut setzen könne wie Platon. [34] Die Herren-Moral unterscheide als Grundwerte zwischen Gut und Schlecht aus der Perspektive der Elite. Der Herrenmensch denke in der Kategorie des oben und unten, der Hierarchie. Ein Verstoß dagegen erzeuge ein schlechtes Gewissen und löse die strafende Gerechtigkeit aus. [9] Im Zarathustra taucht der Begriff Jenseits von Gut und Böse ebenfalls auf, wo in „Das andere Tanzlied“ das Leben zu Zarathustra spricht: „Wir sind Beide zwei rechte Thunichtgute und Thunichtböse“. He offers an entirely psychological explanation of every past philosophy: each has been an "involuntary and unconscious memoir" on the part of its author (§6) and exists to justify his moral prejudices, which he solemnly baptizes as "truths". Jenseits von Gut und Böse. Solange die Idee Gott geglaubt wurde, hat sie Lebenskraft ausgelöst, und in diesem Sinne "lebte" Gott. Aus der Natur könne dies nicht abgeleitet werden. In der Einsamkeit erreicht der Vornehme Reinlichkeit. Es sei die Religion der Juden gewesen, die historisch die Wertumkehr von der vormoralischen zur moralischen Gesellschaft bewirkt habe. Die einseitige Konzentration der Moral auf Werte verkenne den psychologischen Hintergrund der Moral. Wolfgang Müller-Lauter: Nietzsche. Ihre Politik sei nur ein „Zwischenakt“. Nachfolgend eine Auswahl besonders bekannter und eindrücklicher Sprüche: Nietzsche hatte in Hinblick auf die Moral einen aufklärerischen Anspruch. [38], Europa steht Ende des 19. (JGB 126), Von den Sinnen her kommt erst alle Glaubwürdigkeit, alles gute Gewissen, aller Augenschein der Wahrheit. JGB 201)[35] „Keins von allen diesen schwerfälligen, im Gewissen beunruhigten Heerdenthieren (die die Sache des Egoismus als Sache der allgemeinen Wohlfahrt zu führen unternehmen — ) will etwas davon wissen und riechen, dass die »allgemeine Wohlfahrt« kein Ideal, kein Ziel, kein irgendwie fassbarer Begriff, sondern nur ein Brechmittel ist,“ (JGB Nr. Er kritisiert darin überkommene Moralvorstellungen. EVA, Hamburg 1993, 105–108, Giorgio Colli: Distanz und Pathos. Für Nietzsche haben auch die Unwahrheit, die Illusionen oder das Inadäquate ihre Berechtigung, wenn es dem Leben dienlich ist. Wahrheit könne in deutlichem Widerspruch zu Nützlichkeit stehen, während man auf der Grundlage eines Irrtums gegebenenfalls sehr gut leben könne. Kurzbiographie – Nietzsche als Person 4 … de Gruyter, Berlin 2000, 32; die angesprochene Stelle findet sich in der, Arthur C. Danto: Nietzsche und der semantische Nihilismus, in: Alfredo Guzzoni (Hrsg. Für Nietzsche gibt es eine enge Verbindung zwischen Judentum und Europa. [20] „Die gesammte Psychologie ist bisher an moralischen Vorurtheilen und Befürchtungen hängen geblieben: sie hat sich nicht in die Tiefe gewagt. Of the four "late-period" writings of Nietzsche, Beyond Good and Evil most closely resembles the aphoristic style of his middle period. (KSA 6, EH 351) Der „gentil homme“, der vornehme Mensch im Sinne des aristokratischen Übermenschen, soll aus dem Werk lernen und den Mut aufbringen, sich nach den neuen Einsichten zu richten und das Gegenmodell einer „vornehmen Moral“ verwirklichen. Er kennzeichnete die Moral als die Lehre von den Herrschaftsverhältnissen, in die auch das Wollen einzubeziehen sei, weil dieses die Grundlage eines „Gesellschaftsbaus“ sei. 112–125, Werner Stegmaier: Nietzsche, die Juden und Europa. [10], Die Reinschrift und das Druckmanuskript erstellte Nietzsche im Winter 1885/86 während eines Aufenthaltes in Nizza. Nietzsche stellt sich kritisch zu den Zielen der traditionellen Philosophie, die mit ethischen Werten den Zugang zur wirklichen Lebenswelt des Menschen verstelle. (JGB 62) „Der christliche Glaube ist von Anbeginn Opferung: Opferung aller Freiheit, alles Stolzes, aller Selbstgewissheit des Geistes; zugleich Verknechtung und Selbst-Verhöhnung, Selbst-Verstümmelung.“ (JGB 46), Die Religion habe vor allem die Funktion des Machterhalts. Seinen Zugang zu dessen Werk erhielt er über Jenseits von Gut und Böse. OUP, Oxford 1996, 12, John Richardson: Nietzsche's System. Über das Christentum habe Europa einen wesentlichen Teil seiner Wurzeln in der jüdischen Religion. Eine logische Begründung gebe es hierfür nicht. Ihr Merkmal sei das Durchsetzen von Gruppeninteressen und sozialem Ausgleich. Für ihn kommt Nietzsche das Verdienst zu, die Unmöglichkeit, „aus der Vernunft ein grundsätzliches Argument gegen den Mord vorzubringen, nicht vertuscht, sondern in aller Welt geschrieen zu haben.“[51] Auf der anderen Seite lehnte Adorno die Philosophie der Herrenmoral strikt ab. – Wir haben Veränderungen an uns nicht als solche genommen, sondern als ein »An-sich,« das uns fremd ist, das wir nur »wahrnehmen«: und wir haben sie nicht als ein Geschehen, sondern als ein Sein gesetzt, als »Eigenschaft«—und ein Wesen hinzuerfunden, an dem sie haften, d.h. wir haben die Wirkung als Wirkendes angesetzt und das Wirkende als Seiendes. […] Umgekehrt: genau im Widerstreben gegen die Sinnenfälligkeit bestand der Zauber der platonischen Denkweise, welche eine vornehme Denkweise war, – vielleicht unter Menschen, die sich sogar stärkerer und anspruchsvollerer Sinne erfreuten, als unsre Zeitgenossen sie haben, aber welche einen höheren Triumph darin zu finden wussten, über diese Sinne Herr zu bleiben:“ (JGB 14), Erkenntnistheoretisch setzte Nietzsche auf einen strikten Fallibilismus: „Auf welchen Standpunkt der Philosophie man sich heute auch stellen mag: von jeder Stelle aus gesehn ist die I r r t h ü m l i c h k e i t  der Welt, in der wir zu leben glauben, das Sicherste und Festeste, dessen unser Auge noch habhaft werden kann […]“ (JGB 34) „Die Welt, die uns etwas angeht, ist falsch d.h. ist kein Thatbestand, sondern eine Ausdichtung und Rundung über einer mageren Summe von Beobachtungen; sie ist »im Flusse,« als etwas Werdendes, als eine sich immer neu verschiebende Falschheit, die sich niemals der Wahrheit nähert: denn—es giebt keine »Wahrheit«.“[16]. (Vgl. [19] Ohne den Willen zur Macht gebe es keine Vernunft und auch keine Wertschätzungen. Mythos und Kunst, in der Dichtung, der Malerei und vor allem in der Musik würden ebenso einen Schein wie die Metaphysik oder die Religion erzeugen. He finds the English coarse, gloomy, more brutal than the Germans, and declares that "they are no philosophical race", singling out Bacon, Hobbes, Hume and Locke as representing a "debasement and devaluation of the concept 'philosopher' for more than a century" (§252). Die historische Analyse der Moralentstehung führte Nietzsche zu der Unterscheidung von „Herren-Moral und Sklaven-Moral“. ): Geschichte der Philosophie, Band XIII, Beck, München 2002, 59–112, hier 84, Nachgelassene Schriften. An diesen Mechanismus knüpfe die Sklavenmoral an, ohne einen Anspruch auf Leistung der Starken zu haben, weil diese keine Gegenleistung erhielten. Die Sklavenmoral mache diejenigen zu Bösen, die in der natürlichen Ordnung die Guten gewesen seien. angestrengten und ausführlichen Lektüre des Primärtextes – hier Jenseits von Gut und Böse (JGB). (JGB 253) Gewissen sei das Ergebnis der Normen der Sklavenmoral. Specifically, he accuses them of founding grand metaphysical systems upon the faith that the good man is the opposite of the evil man, rather than just a different expression of the same basic impulses that find more direct expression in the evil man. In a prophetic statement, Nietzsche proclaims that "The time for petty politics is past: the very next century will bring with it the struggle for mastery over the whole earth" (§208). EVA, Hamburg 1993, 99/100, Rudolf Steiner zitiert nach: Richard Frank Krummel: Ausbreitung und Wirkung des Nietzscheschen Werkes im deutschen Sprachraum bis zum Todesjahr. Der Fall Wagner • Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben • (257 – 296), „Ernstlich geredet, es giebt gute Gründe zu der Hoffnung, dass alles Dogmatisiren in der Philosophie, so feierlich, so end- und letztgültig es sich auch gebärdet hat, doch nur eine edle Kinderei und Anfängerei gewesen sein möge“, „Es hiess allerdings die Wahrheit auf den Kopf stellen und das P e r s p e k t i v i s c h e, die Grundbedingung alles Lebens, selber verleugnen, so vom Geiste und vom Guten zu reden, wie Plato gethan hat“, „Aber wir, die wir weder Jesuiten, noch Demokraten, noch selbst Deutsche genug sind, wir guten Europäer und freien, sehr freien Geister – wir haben sie noch, die ganze Noth des Geistes und die ganze Spannung seines Bogens! (JGB 57) Bereits in der Einleitung stellte Nietzsche fest: „Christenthum ist Platonismus für’s ‚Volk‘,“ Religion habe die Funktion, ein Weltbild zu erzeugen, mit dem die breite Masse geführt und reguliert werden könne. „Indem der neue Psycholog dem Aberglauben ein Ende bereitet, der bisher um die Seelen-Vorstellung mit einer fast tropischen Üppigkeit wucherte, hat er sich freilich selbst gleichsam in eine neue Oede und ein neues Misstrauen hinaus gestossen –“ (JGB 12), Die als causa sui bei Spinoza oder durch das Noumenon bei Kant[23] begründete „Freiheit des Willens“ verglich Nietzsche „mit einer mehr als Münchhausen’schen Verwegenheit, sich selbst aus dem Sumpf des Nichts an den Haaren in’s Dasein zu ziehn.“ (JGB 21) Moral könne man nicht universell begründen. In one passage (§34), Nietzsche writes that "from every point of view the erroneousness of the world in which we believe we live is the surest and firmest thing we can get our eyes on." Das Werk ist in Aphorismen unterschiedlicher Länge formuliert und wie folgt gegliedert: Die Hauptstücke eins bis drei bilden einen Zusammenhang, der sich mit Philosophie und Religion befasst. Die Aufklärung übernehme vom Christentum, das sie selbst ablöste, das egalitäre Gedankengut, die Moral der Gleichmacherei und führt so bestenfalls zur Mittelmäßigkeit. Perspektivismus bedeutet, dass die Realität für den Menschen subjektiv ist, so wie ihm die Welt erscheint. Seine Philosophie der Gegensätze und die Gegensätze seiner Philosophie, Berlin 1971, 30ff; vgl. There are kinds of fearless scholars who are truly independent of prejudice (§6), but these "philosophical labourers and men of science in general" should not be confused with philosophers, who are "commanders and law-givers" (§211). Mit vielen Gedanken stimmte er überein. Aufl. Viele der Themen wie die Wahrheit, Rolle der Wissenschaften oder der Psychologie finden sich bereits in Fröhliche Wissenschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, 237–238; siehe auch: ders. Wille zur Macht, Nietzsche-Haus Naumburg • [18] Mit der These, dass die „mechanistische (oder »materielle«) Welt“ „eine primitivere Form der Affekte“ sei (JGB 36), kam Nietzsche der These Whiteheads nahe, dass jedes Element der Welt sowohl einen physischen als auch einen geistigen Pol habe, Materie und Geist also nicht zu trennen seien. Die Einsamkeit schützt ihn davor, in der Gemeinschaft unterzugehen. Zugleich übte Nietzsche eine grundlegende Kritik an der Gesellschaft seiner Zeit, aus der heraus er eine Umwertung aller Werte forderte, die sich am Willen zur Macht und einem vornehmen Leben orientiert. In Ecce Homo nahm Nietzsche selbst eine Einteilung seiner philosophischen Schriften vor. Christianity, "the most fatal kind of self-presumption ever", has beaten everything joyful, assertive and autocratic out of man and turned him into a "sublime abortion" (§62). Aufl. Even where agreement exists over what is good, what men consider a sufficient sign of possessing what is good differs (§194). Jeder Trieb ist damit auf ein Ziel gerichtet. Nach Giorgio Colli werden in Jenseits von Gut und Böse „zentrale Themen aus der Zeit von Menschliches, Allzumenschliches bis zur Fröhlichen Wissenschaft“ vor allem in Hinblick auf die Moralphilosophie wieder aufgenommen und verarbeitet. Nietzsche verband den Willen zur Macht, gedacht als Prozess, mit dem Konzept der Interpretation. "Free spirits", by contrast to the philosophers of the past, are "investigators to the point of cruelty, with rash fingers for the ungraspable, with teeth and stomach for the most indigestible" (§44). Es ist die ethische Grundregel für den souveränen Menschen der Zukunft, mit der er zu sich selbst finden kann. Er müsse die Welt interpretieren. Nun ist diese Idee jedoch "unglaubwürdig geworden", erzeugt keine Kraft mehr, und damit ist Gott "tot". Doch dann entschloss er sich zu einem neuen, eigenständigen Werk. Frankfurt 1991, 22–25 sowie, Friedrich Kaulbach: Philosophie des Perspektivismus I. Mohr Siebeck, Tübingen 1990, 20, Friedrich Kaulbach: Philosophie des Perspektivismus I. Mohr Siebeck, Tübingen 1990, 221, John Richardson: Nietzsche's System. Nietzsche-Haus Sils Maria, Zitate aus Jenseits von Gut und Böse erfolgen jeweils nach dem Sigel JGB und der Nummer des Aphorismus, so dass sie in verschiedenen Ausgaben wiedergefunden werden können. Nietzsche contra Wagner • „Jenseits von Gut und Böse“ ist in eine Vorrede, neun Hauptstücke und einen Nachgesang aufgeteilt. Hier werden in lockerer Manier kurze Aussagen formuliert, die die umfangreicheren Gedankenentwicklungen der übrigen Teile von Jenseits von Gut und Böse auf den Punkt bringen. Das Leiden abzuschaffen, wie es Schopenhauer, der Buddhismus, das Christentum, die Demokraten oder die Sozialisten wollten, würde bedeuten, dass der Mensch nur Zuschauer bleibe. Religion and the master and slave moralities feature prominently as Nietzsche re-evaluates deeply held humanistic beliefs, portraying even domination, appropriation and injury to the weak as not universally objectionable. Ecce homo • In einem Aufsatz über Atheistische Ethik schrieb er im Jahr 1895 über Nietzsche: „Dann bleibt nicht Moral minus Religion, sondern dann erhebt sich die neue Moral Jenseits von Gut und Böse, die mit vollem Bewußtsein aus dem neuen Grund völlig neue Folgen zieht. Der Nietzsche des Spätwerks führte in diesen Schriften einen „großen Krieg“ gegen die herkömmliche Moral, die es ihm zu überwinden galt. "Nature's conformity to law" is merely one interpretation of the phenomena which natural science observes; Nietzsche suggests that the same phenomena could equally be interpreted as demonstrating "the tyrannically ruthless and inexorable enforcement of power-demands" (§22). 4. Der Wille zur Macht kann als ein Tätigkeitsmuster aufgefasst werden. So behauptete Martin Staemmler über die Juden: „Mit ingrimmigen Haß nehmen sie mit der ‚Sklavenmoral einer schwachen und unterwürfigen, demütigen und listigen Rasse (Nietzsche) die ausgesuchteste Rasse: durch planmäßige Umwertung aller Werte, im Kampf gegen alle Instinkte und die Natur, schaffen sie bewußt ein Gegenstück zur Moral, vergiften sie moralisch ein Volk.“[46] Es wurde behauptet, Nietzsche habe die deutsche Art stärken wollen und er sei ein Vordenker des Rassegedankens. Andererseits gab es Nationalsozialisten, die Nietzsches Feindschaft gegen den Antisemitismus erkannt hatten und vor einer Verwendung seiner Schriften für die eigene Ideologie warnten, so zum Beispiel der völkische Vordenker Theodor Fritsch in einer Rezension von 1897, der in Jenseits von Gut und Böse eine „Verherrlichung der Juden“ und eine „schroffe Verurteilung des Antisemitismus“ sah. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft ist ein Werk Friedrich Nietzsches, das im Jahr 1886 erschien und auf eine Kritik überkommener Moralvorstellungen zielt.. Das Werk bildet den Übergang von Nietzsches mittlerer, eher dichterisch, positiv geprägten Schaffensperiode zu seinem von philosophischem Denken dominierten späteren Werk. Over the past 10,000 years, however, a morality has developed where actions are judged by their origins (their motivations) not their consequences. Sein Maßstab sei gut und schlecht. ): 100 Jahre philosophische Nietzsche-Rezeption, Athenäum, Frankfurt 1991, 140–154, hier 145, Volker Gerhard: Pathos und Distanz. (JGB 202) Wegen unzureichender Bildung sei die Disziplinierung der Massen einfacher über Religion zu erreichen als über philosophische Theorien. [36] Europa verdankt den Juden „den großen Stil der Moral.“ (JGB 250) Zugleich richtete Nietzsche seine Hoffnung darauf, dass die Juden ein Antrieb für ein besseres Europa sein könnten. Moral sei Ergebnis des Standes, der Religion und des Zeitgeistes, also geschichtlich bestimmt. • Jenseits von Gut und Böse. In: Nietzsche-Studien 18, 1989, Michael Hampe in: Michael Hampe und Helmut Maaßen (Hrsg. Das kann ich nicht gethan haben - sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Eine Einführung, de Gruyter, Berlin 1991, Gliederung des Inhaltsverzeichnisses, S. XV, Volker Gerhard: Die Funken des freien Geistes. Nietzsche asks the question, "what compels us to assume there exists any essential antithesis between 'true' and 'false'?". Die moralische Welt sei bunt. Nietzsche polemisierte vor allem gegen die Entsagungsmoral. Während der Arbeiten am Zarathustra hatte Nietzsche erwogen, den Titel für ein Kapitel des dritten oder des vierten Teils zu verwenden. Einleitung 3 2. [11] In einem Brief an Peter Gast vom 27. Dies ist das dionysische Element des Willens zur Macht. Indem große Menschen wie Leonardo, Napoleon oder Goethe (JGB 256) sich selbst in ihren Werken befriedigen würden, schüfen sie Großes für die Menschheit. „Grad und Art der Geschlechtlichkeit reicht bis in den letzten Gipfel seines Geistes hinauf.“ (JGB 75) Mit dem Konzept des Willens zur Macht kann man alle Lebensphänomene erschließen. Das Extrem der Widernatürlichkeit sei die Askese, in der sich das Leben gegen das Leben selbst richtet. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft ist ein Werk Friedrich Nietzsches, das im Jahr 1886 erschien und auf eine Kritik überkommener Moralvorstellungen zielt. Jenseits von Gut und Böse. Jahrhunderts. mit Verlaub gesagt) und nicht eine Welt-Erklärung ist: aber, insofern sie sich auf den Glauben an die Sinne stellt, gilt sie als mehr und muss auf lange hinaus noch als mehr, nämlich als Erklärung gelten. Sklavenmoral sei demnach ungerecht. Der Zusammenhang der ersten drei Hauptstücke ist eine dialektische Entwicklung. This article is about the book by Friedrich Nietzsche. [47], Martin Heidegger hat das Konzept des Willens zur Macht als eine metaphysische Grundkategorie interpretiert. Sämtliche hier beschriebenen Nietzsche bge sind jederzeit bei Amazon im Lager verfügbar und innerhalb von maximal 2 Werktagen bei Ihnen. Zu den neinsagenden Büchern bemerkte er: Zu Jenseits von Gut und Böse unmittelbar führte Nietzsche aus: Jenseits von Gut und Böse ist eine philosophische Untermauerung und Fortentwicklung der im Zarathustra dichterisch entwickelten Gedanken. Er forderte in Anlehnung an die Historia naturalis von Plinius dem Älteren von den Philosophen eine „Naturgeschichte der Moral“, also eine „Sammlung des Materials, begriffliche Fassung und Zusammenordnung eines ungeheuren Reichs zarter Werthgefühle und Werthunterschiede, welche leben, wachsen, zeugen und zu Grunde gehen“. In seiner Philosophiekritik richtete sich Nietzsche gegen die „Verführung durch Worte“ und den „Glauben an die Grammatik“. Dionysos-Dithyramben • Er sei der Ursprung der Schaffenskraft, die über Selbsterhaltung und Selbstverliebtheit hinausgehe. (EH 351) Seine späten Schriften fasste er schließlich unter „Umwerthung“ zusammen (KSA 6, EH 355). ... Was aus Liebe getan wird, geschieht immer ... Weitere Zitate Sein Gegenentwurf ist eine neuartige Philosophie der „Immoralität“, die an die jeweiligen Perspektiven des Menschen gebunden ist. [6], Zunächst hatte Nietzsche überlegt, nach dem Zarathustra eine Fortsetzung zu Menschliches, Allzumenschliches zu verfassen. Nietzsche war der Auffassung, dass viele Theorien der Philosophie ihre richtige Erklärung durch eine sinnvolle Anwendung der Psychologie finden könnten. „Jede Moral ist, im Gegensatz zum laisser aller, ein Stück Tyrannei gegen die ‚Natur‘... Das Wesentliche und Unschätzbare an jeder Moral ist, dass sie ein langer Zwang ist.“ (JGB, 108). Aufl. Der Wille zur Macht sei die Grundlage für „die Lehre von der Ableitbarkeit aller guten Triebe aus den schlimmen.“ (JGB 23) Mit dieser These nahm Nietzsche die Lehre von der Sublimierung Sigmund Freuds vorweg. (JGB 156), Viel von sich reden kann auch ein Mittel sein, sich zu verbergen. Auch in der Sprache habe der Mensch die Neigung, seine Umwelt so zu interpretieren, wie es seinen Gewohnheiten und Erwartungen entspricht. He then contests some of the key presuppositions of the old philosophic tradition like "self-consciousness", "knowledge", "truth", and "free will", explaining them as inventions of the moral consciousness. (JGB 47) Nietzsche prognostizierte die Möglichkeit, dass die Begriffe „Gott“ und „Sünde“ zukünftig keine größere Bedeutung haben würden als „Kinder-Spielzeug“ und „Kinder-Schmerz“. (JGB 23) „Dabei muss man freilich die tölpelhafte Psychologie von Ehedem davon jagen, welche von der Grausamkeit nur zu lehren wusste, dass sie beim Anblicke fremden Leides entstünde: es giebt einen reichlichen, überreichlichen Genuss auch am eignen Leiden, am eignen Sich-leiden-machen, — und wo nur der Mensch zur Selbst-Verleugnung im religiösen Sinne oder zur Selbstverstümmelung, wie bei Phöniziern und Asketen, oder überhaupt zur Entsinnlichung, Entfleischung, Zerknirschung, zum puritanischen Busskrampfe, zur Gewissens-Vivisektion und zum Pascalischen sacrifizio dell’intelletto [das Opfer des Verstandes] sich überreden lässt, da wird er heimlich durch seine Grausamkeit gelockt und vorwärts gedrängt, durch jene gefährlichen Schauder der gegen sich selbst gewendeten Grausamkeit.“ (JGB 229), Der Wille zur Macht als psychologische, der Natur entstammende Antriebskraft, der stets von innen kommende Impuls stehe Jenseits von Gut und Böse.